Verlängert bis zum 18.06.17

Portraits von Vitus Saloshanka im öffentlichen Raum Frankfurt

30.04. – 18.06.

Ein Projekt von: Juliane von Herz & Aileen Treusch


NEW CITIZENS ist der Titel der jüngsten Portraitserie des Künstlers Vitus Saloshanka und zugleich der Name eines Ausstellungsprojektes im öffentlichen Raum in Frankfurt am Main vom 30.4. bis 22.5.2017, kuratiert und organisiert von Aileen Treusch und Juliane v. Herz. Seit 2010 lebt der gebürtige Weißrusse mit seiner Familie in seiner Wahlheimat Frankfurt am Main. Für NEW CITIZENS hat er über ein Jahr Geflüchtete in einem Wohnwagenstellplatz am Rebstockbad einzeln portraitiert, um sie im öffentlichen Raum ausstellen zu können. Gemeinsam mit den beiden Kuratorinnen entwickelte sich das Projekt zu einer vierwöchigen urbanen Schau in Frankfurt auf etlichen Gebäude- und Baustellenfassaden. Der Titel der Werkgruppe ist euphemistisch und zielt mitten ins politische Spannungsfeld der aktuellen Flüchtlingsdebatte. Dabei werden andere Bilder gezeigt als die bekannten, durch die Medien unendlich reproduzierten: Keine Flucht, keine anonymen Gruppen, keine Gegenwartskrisenbilder. Es sind großformatige Gesichter von Menschen, in die der Stadtdurchschreitende blickt, die aus der Unsichtbarkeit ihrer Unterbringungen an ungewöhnlichen Orten in der Stadt auftauchen und sich aus der Abstraktion des bloßen Begriffes  »Flüchtling« lösen. Mit der plötzlichen Sichtbarkeit der Menschen, die längst die Stadt mit bewohnen, taucht unweigerlich die Frage auf, die schon Hannah Arendt stellte: » Wem wird welches Menschenrecht zuteil und gibt es eines für alle, oder mehrere für manche?Wer ist nur Bewohner, wer Bürger einer Stadt, wie erwirbt man Bürgerrecht?« Saloshankas Portraits, es liegt zunächst in der Natur des Genres, feiern das Individuum und zugleich seine vor allem herkunftsunabhängige und im besten Falle unantastbare Würde.


© Vitus Saloshanka www.saloshanka.com


Sonntag 30. April 2017, 12 Uhr

Ort: Roßmarkt

ERÖFFNUNG NEW CITIZENS

Open-Air Konzert und Gespräch mit dem syrischen Pianisten Aeham Ahmad und dem Ensemble »Staccato Burnout« des Orchesters BRIDGES – Musik verbindet

 

Grußworte: Frau Dr. Julia Cloot, Kulturfonds Frankfurt RheinMain

Kuratorinnen Juliane v. Herz und Aileen Treusch

 

Staccato burnout:

Aeham Ahmad, Klavier

Markus Wach, Kontrabass

Mirweis Neda, Tabla

Rainer Michel, Gitarre

Walid Khatba, Violine

 

Staccato Burnout hat sich im Rahmen von Bridges Anfang 2016 um den syrischen Geiger Walid Khatba formiert und ist seitdem in unterschiedlichen Besetzungen aufgetreten.

Walid Khatba studierte Musik in Damaskus und war u.a. Mitglied des Syrischen Nationalorches-ters und des Syrischen philharmonischen Orchesters. Er konzertierte in Nahost und in Europa bereits auf vielen international renommierten Bühnen sowie bei namhaften Festivals, zuletzt mit den Gorillaz. Für Staccato burnout komponiert und arrangiert er Musik unterschiedlicher Stilrich-tungen.

Aeham Ahmad wurde im palästinensischen Lager Jarmuk in Damaskus geboren und studierte Klavier in Damaskus und Homs. 2011 musste er das Studium wegen des beginnenden Bürger-kriegs abbrechen. Nach der Rückkehr nach Jarmuk spielte er in den zerstörten Vierteln für die Bevölkerung, wodurch er international bekannt wurde. 2015 floh er nach Deutschland, wo er seitdem über 200 Auftritte gespielt hat.

Rainer Michel ist Film- und Theaterkomponist sowie ein vielseitiger Gitarrist, der sich von Anfang an bei Bridges als Komponist engagiert hat und sich für musikalische Experimente einsetzt.

Mirweis Neda wurde als Kind afghanischer Flüchtlinge in Frankfurt geboren und ist ein gefragter Tablaspieler in ganz Deutschland.

Markus Wach studierte Kontrabass und Gitarre im Bereich Jazz in Mainz. Schon früh begeisterte er sich für verschiedene Musiktraditionen aus aller Welt, vor allem jüdischer Musik und dem arabischen Maqam.



Dienstag 2. Mai 2017, 19:00 Uhr

WAHLEN IN EUROPA«: Verliert der Populismus seine Kraft?

Vortrag von Prof. Dr. Udo Di Fabio (Universitätsprofessor für öffentliches Recht an der Universität Bonn, Richter des Bundesverfassungsgerichts a. D.) und anschließendes Gespräch mit Dr. Reinhard Müller (Ressortleiter für Zeitgeschehen und Staat & Recht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung).

PRESSE

Di Fabios Ausführungen ermutigten zu einer differenzierten Sichtweise auf die aktuellen Probleme: Er erläuterte linke und rechte Spielarten von Populismus … Entscheidend für die zukünftige Durchschlagskraft des Populismus sei auch, wie gut die westlichen Gesellschaften mit ihrer neuen Vielfalt umgingen: Wenn der Rechtsstaat eine „Friedensordnung des wechselseitigen Respekts“ bleibe, könne Vielfalt gut funktionieren. In dem Sinne fand Di Fabio auch Lob für das „New Citizens“-Projekt, dem er eine „optimistische Zukunftsperspektive“ attestierte: „Man kann Zuwanderung nur meistern, wenn man davon ausgeht, dass die Zuwandernden Bürger werden, die sich zu den geltenden Institutionen und Werten bekennen.“

 
FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG, 04.05.2017


Sonntag, 7., 14. & 21. Mai 2017 von 14–18 Uhr

»NOTHING IS MISSING« Mieke Bal Video-Arbeiten im Loop

Video-Arbeiten im Loop

Die niederländische Künstlerin Mieke Baal konzipierte Ihre Video-Serie ‚Nothing is Missing‘ (2006–10) als Raum- Installation. Es sind höchst einfühlsame, lmische Portraits von Müttern, die mit ihrem familiären Gegenüber über ihr Zurückbleiben in der Heimat sprechen, während ihre Kinder oder Enkel emigriert sind, um woanders besser zu leben. Eine generationsübergreifende und andere Sicht auf das Auswandern und das Gefühl von Heimat.
In Kooperation mit dem Projektraum SCHAUT! Mal Sehn Kino

Eintritt frei | Wir danken dem Mal Seh’n Kino für die freundliche Unterstützung!



Mittwoch 17. Mai 2017, 18:00 Uhr

Ort: AMP

AMPLIFIER × NEW CITIZENS

Zusammen mit NEW CITIZENS feiert das AMP einen Barabend in Frankfurt für Lebenskulturen und gegen ein Fremdsein unter Fremden.Ein Abend für alle, die schon immer hier waren und die hier neu sind.
Für das musikalische Programm sorgt Aziesch pünktlich ab 21:00 Uhr.
Außerdem wird es einen traditionellen afghanischen Milchetee „Sheer Chai“, sowie einen Twist dieses Gentränks auf alkoholischer Basis geben. 


Donnerstag 18. Mai 2017

»BÜRGER ODER BEWOHNER?« Es gibt nur ein Menschenrecht

Zur Diskussion stehen aktuelle Fragen der Einwanderung in Deutschland und Europa. Der Abend beginnt mit einer Filmvorführung des berühmten Interviews von Günter Gaus mit Hannah Arendt und nimmt dieses als Ausgangspunkt für die anschließende Diskussion.

18:00 Uhr »HANNAH ARENDT«

ZDF, 28.10.1964

Interview von Günter Gaus mit Hannah Arendt

19.30 Uhr »BÜRGER ODER BEWOHNER?« Es gibt nur ein Menschenrecht

Auftakt der dreiteiligen Veranstaltungsreihe zur Bundestagswahl 2017

Rasha Khayat, Schriftstellerin
Engelhard Mazanke, Leiter Berliner Ausländerbehörde
Dr. Nargess Eskandari-Grünberg, Psychologin
Amin Wagner, Student am Leibniz Kolleg Tübingen
Moderation: Canan Topçu, freie Journalistin

 
In Kooperation mit dem Literaturhaus Frankfurt anlässlich der Publikation »95 ANSCHLÄGE – THESEN FÜR DIE ZUKUNFT« erschienen im S. Fischer Verlag zum Jubiläumsjahr »500 Jahre Reformation«
Die MONTAGSGESELLSCHAFT e.V. Engagierter Bürgerdialog ist gemeinsam mit NEW CITIZENS Gastgeber dieses Abends.
 
Büchertisch: Autorenbuchhandlung Marx & Co.

Wir bedanken uns bei LICHTERFILMKULTUR e.V. und dem Margarete-Team für die freundliche Unterstützung!


Samstag, 20. Mai 2017, 18:00 Uhr

„The Syrian Connection“

Preview und Gespräch mit Afraa Batous, Orwa Al Mokdad (per Skype) und Marie-Hélène Gutberlet

300 Meilen ميل ٣٠٠

Orwa Al Mokdad, Syrien, Libanon (2016), Video, 95′

Arabisch mit englischen Untertiteln

Ich war im Norden in Aleppo, 300 Meilen weit weg von meiner Nichte, Nour, die im Süden in Daraa ist. Es ist die gleiche Entfernung, die mein Großvater oft zwischen Ghasam, unserem Dorf, und Haifa, dem Hafen in Palästina zurücklegte. Mein Großvater heiratete eine Palästinenserin, die nach Nakhba (1948), vertrieben worden war. (OAM) Orwa Al Mokdads Film erkundet die Entfernung zwischen wortwörtlich und metaphorisch getrennten Zonen in Syrien und will die Gründe verstehen, die zur Zersplitterung der gesamten arabischen Region geführt haben. Er geht der Distanz nach, die seit Beginn des syrischen Krieges in den letzten fünf Jahren gewachsen ist und die Region und ihre Bewohner in Nord und Süd trennt.

Haut جلد

Afraa Batous, Syrien, Libanon, Türkei, Vereinigte Arabische Emirate (2015), Video, 85’

Arabisch mit englischen Untertiteln

2013, ein Jahr nachdem ich aus dem kriegsgeschüttelten Syrien nach Libanon geflohen war, kehrte ich zum Text, „Hamlet Maschine“ des deutschen Theater-Autoren Heiner Müller zurück, zu dem ich 2010 mit einer Gruppe junger Leute in Aleppo gearbeitete hatte. Die riesige Ähnlichkeit zwischen dem Stück und dem, was in Syrien nach 2011 geschah, drängte mich, zurückzukehren und die Personen, mit denen ich zusammen am Stück gearbeitet hatte, aufzusuchen und zu sehen, wie sie mit dem, was das Theaterstück beschrieben hatte, leben. (AB) Dabei ist ein beeindruckender Film über Nähe und Intimität entstanden.

Afraa Batous hat Anglistik studiert und fünf Jahre lang in Aleppo Theater gemacht. Ihr experimentelles Theater Projekt WHO HAS SEEN IS NOT LIKE WHO HAS NOT wurde 2012 in Amman produziert. Ihr kurzer Dokumentarfilm HAJ ABD THE FAWWAL (2014) wurde beim Arab Short Film Festival in Beirut und am FIFAK Film Festival in Kébilia gezeigt. Afraa Batous lebt derzeit in Nürnberg.

Orwa Al Mokdad studierte Journalismus und arbeitete anschließend für verschiedene syrische und pan-arabische Zeitungen. Seit den Anfängen des syrischen Bürgerkriegs schrieb er für Al Jazeera und die BBC; er wurde mit dem Samir Kassir Award für Pressefreiheit ausgezeichnet. Er drehte mehrere Kurzfilme, darunter Street Music (2013), Under the Aleppo Sky (2013) und Under The Tank (2014), der für den internationalen Wettbewerb in Locarno ausgewählt wurde. Orwa Al Mokdad lebt derzeit in Beirut.

Marie-Hélène Gutberlet, Kuratorin, Autorin und Filmwissenschaftlerin, Frankfurt/Main initiierte 2006 die Plattform „Migration & Media“ und kuratierte im internstionalen Team unter anderen die Rechercheprojekte, Ausstellungen und Symposien Shoe Shop (2012), The Space Between Us (2013–2014), Visionary Archive (2013–2015) und Future Memories (2015-2016).


Preview; Afraa Batous, Orwa Al Mokdad (per Skype) and Marie-Hélène Gutberlet in conversation

300 Miles ميل ٣٠٠

Orwa Al Mokdad, Syria, Lebanon (2016), video, 95′

Arabic with English subtitles

“Being in the north, in Aleppo, I am 300 miles away from my niece, Nour, who is in the south, in Daraa. That’s the same distance my grandfather used to go from our village, Ghasam, to Haifa, the port in Palestine. My grandfather married a Palestinian woman who was displaced after Nakba (1948). Nour, through her camera, asks me about the distance that separates us, and why I cannot go back. I am in the north, trying to find answers about the complications that turned the revolution into a war, through Adnan, the civil activist, and Abu Yaa’rob, the Free Syrian Army fighter.” (OAM)

Orwa Al Mokdad’s film explores the distance between divided areas that had been created in Syria, literally and metaphorically, in order to understand the reasons that have shattered the whole Arab region over the country’s history and the distance between north and south that has grown for the past five years, since the beginning of the Syrian war.

Skin جلد

Afraa Batous, Syria, Lebanon, Turkey, United Arab Emirates (2015), video, 85’

Arabic with English subtitles

In 2013, a year after my departure from Syria to Lebanon, escaping from a war-torn country, I go back to a text called “Hamlet Machine” by the German play writer Heiner Müller which I was working on in 2010 with a group of young people from Aleppo. The huge similarity between the play and what happened in Syria after 2011 pushed me to go back and find the persons who were working with me on the play, and see how they are dealing with a life that they had depicted in the play. (AB) The search developed into a sensitive film about proximity and intimacy.

Afraa Batous, an English literature graduate, worked for five years in theatre in Aleppo. Her experimental theatre project WHO HAS SEEN IS NOT LIKE WHO HAS NOT was produced Amman in 2012. Her short documentary film HAJ ABD THE FAWWAL (2014) was screened at the Arab Short Film Festival in Beirut and the FIFAK film festival in Kébilia. Afraa Batous currently lives in Nurnberg.

Orwa Al Mokdad studied journalism and works for several Syrian and pan-Arab newspapers. He has been writing for Al Jazeera and BBC since the start of the Syrian insurrection, and won the Samir Kassir Award for freedom of the press. He has made several short films, including Street Music (2013), Under the Aleppo Sky (2013), and Under The Tank (2014) selected for Locarno’s international competition in 2016. He currently lives in Beirut.

Marie-Hélène Gutberlet, curator, writer and film academic, Frankfurt/Main initiated the platform „Migration & Media“ in 2006 and curated in international team work the research projects, exhibitions and symposia Shoe Shop (2012), The Space Between Us (2013–2014), Visionary Archive (2013–2015) und Future Memories (2015-2016) among others.


Evangelische Hoffnungsgemeinde, Dreifaltigkeitsgemeinde, Kuhwaldviertel Evangelische Gemeinde Frieden und Versöhnung, Familie Najman und Club 99, Frankfurt Hilft

Kooperationspartner

Impressum


Juliane v. Herz
Euphoria gGmbH
Seehofstraße 12
60594 Frankfurt am Main
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Pressekontakt:


Aileen Treusch
at@faktory.at
+49 178 2665149
Juliane v. Herz
contact@julianevonherz.com
+49 173 6952556